Die Masse macht’s … nicht immer

Hallo, meine Bücherraben!

Und es ist so weit. Ich hab wieder ein Buch gelesen, musste den Kopf schütteln und dachte mir, es wird Zeit für den versprochenen Teil 2. Etwas anders als damals geplant, aber ich red mir einfach mal wieder alles von der Seele.

Teil 1 findet ihr hier:
Wenn gute Verlage an Qualität verlieren

Diesmal geht es nicht direkt um die vielen Fehler in manchen (Verlags-)Büchern, auch wenn ein solches mir neue Inspiration geliefert hat, sondern um die Masse an Büchern, die manche Verlage monatlich produzieren.

Auch hier gilt: Selbes Spiel wie beim letzten Mal, auch wenn das ein paar Menschen gegen den Strich ging, keine Nennung von Verlags- oder Autorennamen. Nicht von meiner Seite aus und bitte auch nicht unbedingt von eurer.
Außerdem handelt es sich mal wieder um meine Meinung und meine Beobachtungen in der Buchwelt. Wer damit ein Problem hat, der sollte das Lesen dieses Posts an dieser Stelle beenden, statt mich nach Fakten zu fragen.


Es gibt einige Verlage, da fragt man sich manchmal wirklich, ob die Verleger & Co. eigentlich noch das Wort Freizeit kennen. Da erscheinen massenhaft Bücher pro Monat (immer in Relation zur Verlagsgröße betrachtet natürlich).

Es ist ja an sich nichts Schlechtes, wenn ein Verlag viele Bücher auf den Markt bringt – bitte nicht wieder falsch verstehen. Es ist nur dann etwas „Schlechtes“, wenn die Qualität der einzelnen Bücher darunter leidet. Und ich habe euch ja bereits im Oktober berichtet, dass das durchaus der Fall ist bei einigen.

Aber heute wollte ich nicht die Fehler an sich, sondern die Masse ansprechen. Das richtet sich vor allem an kleinere Verlage bzw. kleine Veröffentlichungsteams, in denen wenige Leute für viele Bücher verantwortlich sind.
Mir ist bewusst, dass auch Verlage auf Profit aus sind und das Verlegen von Büchern ihnen ihr täglich Brot einbringt. Aber bei der Post beschwert sich auch jeder, wenn etwas nicht ausgeliefert oder schlampig in den Briefkasten gestopft wird. Warum also nicht auch mehr auf die Qualität von Büchern achten. Natürlich bringen viele Veröffentlichungen mehr Geld ein. Aber schadet es nicht dem eigenen Ruf, wenn ich so viel veröffentliche, dass ich einen gewissen Qualitätsstandard nicht halten kann?

Es gibt tatsächlich Verlage – vielleicht habe ich das auch schon letztes Mal erwähnt – von denen lese ich kaum noch Bücher, weil ich so langsam nicht mehr über die Fehler hinweg sehen kann. Und es gibt auch einige Verlage, von denen ich mal wirklich begeistert war und es jetzt nicht mehr bin, weil sie für mich ihre Besonderheit verloren haben.

Nehmen wir Verlag X.
Verlag X ist noch klein und das Programm ist ziemlich speziell. Das ist toll, immerhin findet man solche Bücher nicht überall. Das ist etwas besonderes.
Dann beginnt Verlag X zu wachsen, es werden immer mehr Titel veröffentlicht und jedes Buch eines der Verlagsautoren findet dort einen Platz, selbst wenn es noch nicht mal geschrieben ist. Die Büchermenge wächst, die Mitarbeiteranzahl bleibt.
Meine Beobachtung: Die Bücher klingen immer ähnlicher, die Einzigartigkeit, die die Bücher mal ausgezeichnet hat, ging verloren, in den Büchern tauchen immer mehr Fehler auf, ich verliere die Lust am Lesen.

Verlag X ist nur ein fiktives Beispiel, das aus mehreren meiner Beobachtungen entstanden ist.

Ich kann ja verstehen, wenn ein Autor sich gut verkauft, nimmt man gern auch mehr Bücher von ihm auf. Das ist ein schlagendes Argument und das weise auch ich nicht von der Hand. Und wenn sich ein Buch verkauft, hat sich der Autor ja auch schon eine solide Fanbase aufgebaut, aber als Verlag sollte man auch wissen, wie viel Kapazitäten man hat, um die Qualität zu halten. Sicher kann man viel veröffentlichen, aber mich würde es als Fan schon ein Stück weit abschrecken, wenn die Bücher meines Lieblingsautors immer mehr vor Fehlern strotzen, weil keiner mehr sie richtig korrigiert, weil schlicht und einfach Personalmangel herrscht.

Natürlich muss man als Verlag wirtschaftlich denken und zusehen, wie man mit geringen Kosten, den höchsten Gewinn mit seinen Büchern erzielt. Aber die Qualität darunter leiden zu lassen, weil man an Lektorat/Korrektorat spart oder mehr annimmt, als man pro Monat schafft, kann doch sicher nicht sonderlich gut dazu beitragen?

Ornament

Mich interessiert eure Meinung zu dem Thema.
Habt ihr auch schon aufgehört, Bücher von bestimmten Verlagen zu lesen? Oder sind euch auch schon mal solche (eher negativen) Veränderungen in der Buchwelt aufgefallen? Vielleicht gibt es ja auch noch andere Dinge als die, die ich bisher angesprochen habe. Und es muss ja auch nicht immer etwas Negatives sein.

 

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4 Gedanken zu “Die Masse macht’s … nicht immer

  1. Guten Morgen, liebe Raven 🙂

    Du sprichst mir voll und ganz aus der Seele. Auch ohne einen Namen zu nennen, kann ich bestätigen, dass es da zumindest einen Verlag gibt, der für mich diesen massiven Qualitätsverlust vorzuweisen hat und von dem ich daher auch keine Bücher mehr lesen werde.

    Das tut mir zwar leid für die Autoren des Verlags, die wirklich gut schreiben können, aber ich möchte dem Verlag nicht noch das Gefühl geben, dass das, was er tut, in irgendeiner Art und Weise richtig ist, verstehst du?

    Zum Glück gibt es noch viele weitere tolle Verlage, die auch viele tolle Bücher herausbringen, die man stattdessen lesen kann. 😉

    Ich wünsche dir einen schönen Sonntag
    Anni

    Gefällt 1 Person

    • Huhu Anni,

      ich finde es schade, dass es „erst so weit kommen muss“, dass man aufhört, die Bücher eines bestimmten Verlags zu lesen, aber ich stimme dir voll zu und sehe das ganz genauso.

      Das Gute an der ganzen Geschichte ist allerdings, dass man, wenn man sich Gedanken macht und sich umschaut, so viele andere tolle Verlage entdecken kann, auf die man vielleicht gar nicht aufmerksam geworden wäre. Oder Self-Publisher, die man vorher nicht kannte 😊

      Hab einen schönen Sonntag!
      Raven

      Gefällt 1 Person

  2. Liebe Raven,

    Ein wirklich interessanter Beitrag!
    Ich verstehe worauf du hinaus willst, und auch mir ist es hier und da schon aufgefallen. Ich kann dir da leider nur zustimmen, auch ich habe so schon Erfahrung mit einem Programm gemacht, auf das ich jetzt nur noch ungern zurückgreife, was mehr als nur schade ist.
    Natürlich bestätigen Ausnahmen die Regel, aber das klappt nun mal nicht immer. Um vielleicht einfach mal ein Positivbeispiel zu bringen: ich finde, dass der Hanser Verlag ein eher kleineres, dafür in meinen Augen aber sehr ausgewähltes Programm hat. Geschmäcker sind natürlich unterschiedlich und manche stören sich an Gewissen Aspekten mehr als andere. Aber ich finde es wirklich toll, dass du dieses Thema angesprochen hast.

    Liebste Grüße ❤ Jill

    Gefällt 1 Person

    • Liebe Jill,

      Ich hab neulich mein erstes Buch aus dem Hanser Verlag gelesen und war wirklich überrascht, weil es mich so positiv überrascht hat, obwohl es ein Genre war, das ich sonst eher nicht lese. Ich finde, das spricht (für mich bisher) sehr für den Verlag.
      Solche Goldstücke findet man natürlich überall und mit Sicherheit auch bei den vom Artikel betroffenen Verlagen. Aber die muss man auch erst mal finden und ist man einmal „abgeschreckt“ wird das schwer.
      Danke für deinen Beitrag zum Thema. Freut mich wirklich sehr ❤

      Liebe Grüße
      Raven

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