[Rezension] The Knight of Time

Freundschaft, die die Zeit besiegt

Savior Agency 1

Savior Agency
The Knight of Time

Autor: Sara Metz
Seiten: 588 Seiten
Preis: 15,99 € (TB) | 4,99 (eBook)
ISBN: 978-3-7412-8256-0

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Klappentext

The Saviors – So nennen sich die Agenten der beliebten Savior Agency, die das Leiden der einfachen Leute lindern sollen. Durch Zeitreisen verhindern sie Tragödien wie Unfälle, Anschläge und gezielte Morde, die das Leben eines geliebten Menschen frühzeitig beendet hätten.
Joshua Dagger ist einer von ihnen und er bekommt einen Auftrag, der sich für ihn nach nichts Besonderem anhört: Er soll den Selbstmord des erfolglosen Künstlers Hektor Frattini verhindern. Doch bald stellt er eins fest: Das ist leichter gesagt als getan.
Es beginnt ein Wettlauf, aber nicht gegen die Zeit – die hat Joshua in der Hand -, aber gegen die Geduld und die Dämonen, die den Menschen innewohnen. Und irgendwann droht sein Ehrgeiz, Hektor zu retten, Raum und Zeit komplett zu zerstören.

Meine Meinung

Schon bevor ich das Buch gelesen hab, hab ich so viele Schnipselchen gelesen und Reaktionen von Klaudi mitbekommen, dass ich es kaum noch erwarten konnte, Savior Agency endlich zu lesen. Und dann kam schließlich das lang ersehnte Vorabexemplar von Sara. Danke nochmal dafür (auch wenn du mich mit diesem Buch zerstört hast).
Obwohl ich normalerweise eher Bücher mit weiblichen Protagonisten lese, hat mich Joshs Geschichte sofort in ihren Bann gezogen. Er ist auf seine ganz eigene Art ein bisschen seltsam.
Genau wie Hektor, nur ist der anders seltsam.
Ein Künstler, der nichts so sehr liebt wie Farben, Blumen und seine Ratte, ein klein wenig aufgedreht mit einem kleinen Hang zu niedlichem Sprechdurchfall. Mal ehrlich, Hek sorgt für mehr als nur einen Aww-Moment. Man muss ihn einfach lieb haben. Das merkt sogar Josh, der (abgesehen von einer sehr traurigen Ausnahme) so gar nicht für zwischenmenschliche Beziehungen wie Freundschaft geschaffen zu sein scheint.
Und obwohl (oder gerade weil) Josh und Hek so verschieden sind, verbindet sie diese eine ganz besondere Freundschaft, die sich doch jeder irgendwie wünscht. Freundschaft, die sogar Erinnerungen und die Zeit überdauert.
Ein paar Buchfiguren haben es auch auf die Hassliste geschafft, und das obwohl sie eigentlich nur ganz kurz auftauchen. Oder mehrmals ganz kurz neu. Oder immer wieder in ähnlichen Situationen. Oder… Lassen wir das besser. Zeitreisen sind kompliziert.
Joshs Versuche, Hektors Leben zu retten, ließen mich als Leser Achterbahn fahren. Ernsthaft, kaum ein Buch hat das bisher geschafft. Nicht in diesem Ausmaß.Ganz besonders bei Kapitel 30 hat Sara dann endgültig mein Herz zerstört und die Tränen sind in Strömen geflossen. Taschentücher bereithalten, bitte, ihr werdet sie brauchen!
Ich wusste ja so ansatzweise,was auf mich zukomt und auch schon Szenen vorher konnte ich mir denken, worauf das hinauslaufen wird, aber die Art, wie es schlussendlch geschrieben war, war einfach herzzerreißend. So gefühlvoll und … Himmel, ich kann das gar nicht richtig in Worte fassen
Es hat mich so mit sich gerissen in den Abgrund. Dank einer lieben Vorwarnung hab ich das Kapitel auch erst am nächsten Morgen gelesen, sonst hätte ich mir trotz Müdigkeit vermutlich die ganze Nacht die Augen aus dem Kopf geheult.
Dieses Buch ist einfach wahnsinnig toll. Ich muss ganz ehrlich zugeben, dass ich noch nie was vergleichbares gelesen hab. Ich bewege mich zwar auch eher selten im Zeitreise-Genre (warum auch immer), aber dieses Buch hat mich einfach gepackt.
Was mir am besten gefallen hat, war auf jeden Fall auch der Mangel an Klischees. Es ist definitiv keine typische Geschichte á la Typ rettet Mädchen. Erstens gibt es hier gar kein Mädchen, da gerettet werden muss, sondern nur Hek. Und zweitens… Aller guten Dinge sind drei (Versuche) – oder auch nicht.
Da die Protagonisten sich nicht im Teenageralter befinden, sondern ein paar Jährchen älter sind (also Ende 20/Anfang 30), eignet sich das Buch auch super für die, die die Nase voll von Teenager-Storys haben.
Ich sag euch, dieses Buch ist alles andere als normal und überrascht auf jeder Ebene. Wenn man dann auch noch bedenkt, dass die Autorin erst 16 ist, gehört es definitiv zu meinen Jahresfavoriten und ist mein Monatshighlight im November. Dabei hab ich erst zwei Bücher gelesen und das andere war auch so richtig gut.
Das Alter der Autorin sollte allerdings an dieser Stelle niemanden abschrecken (gibt ja viele, die meinen, dass man in dem Alter noch keine Bücher schreiben sollte, weil man zu wenig Lebenserfahrung hat (nicht meine Meinung)). Aber wenn man es nicht weiß, merkt man dem Schreibstil und dem Inhalt die 16 Jahre der Autorin auf keiner Seite an.
Es ist fabelhaft geschrieben und hat mich sogar ein wenig zum Nachdenken angeregt, was Freundschaft und Empathie angeht. Und obwohl ich mich nicht so sehr für Kunst interessiere, waren sogar die ausschweifenderen Passagen, in denen Hektor von seinen Bildern und dem Malen erzählt super. Das hat im wahrsten Sinne des Wortes Bilder in meinem Kopf gemalt. Ich konnte mir Hektors Gemälde (besonders das eine, das immer wieder auftaucht) richtig gut bildlich vorstellen.
Ich setze meiner Schwärmerei an dieser Stelle mal ein Ende (auch wenn die Rezension bereits eskaliert ist).
Mein abschließendes Fazit: Dieses Buch, frei von Klischees und Vorurteilen, ist nicht nur wahnsinnig toll und flüssig geschrieben, sondern regt ebenso zum Nachdenken an wie es die Gefühle über eine Achterbahn jagt.
Ich kann es nur jedem empfehlen!
Lest es, es ist toll!

Rabe 5

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